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Armin D. Baum, «Der mündliche Faktor: Teilanalogien zu den Minor Agreements aus der Oral Poetry-Forschung und der experimentellen Gedächtnispsychologie», Vol. 85 (2004) 264-272
The view taken by G.D. Fee and others that oral tradition played a major role in the development of the minor agreements is supported by analogies from oral poetry (M. Parry – A.B. Lord) and cognitive psychology (E. Hunt – T. Love).
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«Autobiografische Wir- und Er-Stellen in den neutestamentlichen Geschichtsbüchern im Kontext der antiken Literaturgeschichte» 2007 473-495 
Der mĂĽndliche Faktor: Teilanalogien zu den
Minor Agreements aus der Oral Poetry-Forschung
und der experimentellen Gedächtnispsychologie
Die Minor Agreements werden gelegentlich als “die eigentliche Schwäche der
Zwei-Quellen-Theorie” bezeichnet (1). Eines der Hauptergebnisse eines
Symposiums, das 1991 in Göttingen zum Thema veranstaltet wurde, lautet,
die Problematik der Minor Agreements verdiene “in der künftigen
Synoptikerforschung eine größere Aufmerksamkeit” (2). Dabei solle speziell
“der Faktor mündliche Tradition” nicht außer acht gelassen werden (3). Diese
Anregung greife ich im vorliegenden Diskussionsbeitrag auf. Dies geschieht
in dem Bewußtsein, daß der hier weiterentwickelte Lösungsvorschlag zu den
Minor Agreements kürzlich mit zwei Argumenten als gänzlich ungeeignet
zurückgewiesen wurde: Das menschliche Gedächtnis erinnere sich nicht
exakt, sondern funktioniere immer kreativ. Und mĂĽndliche Ăśberlieferung
transportiere nie den Wortlaut, sondern nur die Struktur eines Textes (4).
1. Die Minor Agreements in den synoptischen Evangelien
Zwischen Matthäus und Lukas gibt es im Markusstoff bekanntlich zwei
Arten von Ăśbereinstimmungen gegenĂĽber Markus, positive Agreements (Mt
und Lk stimmen im Wortlaut gegen Mk ĂĽberein) und negative (Mt und Lk
lassen gemeinsam ein Wort des Mk aus). Die positiven Agreements, auf
die ich mich im folgenden aufgrund ihrer Aussagekraft beschränke, zer-
fallen in zwei Gruppen. Sie stimmen entweder gegenĂĽber einer LĂĽcke oder
gegenĂĽber einer alternativen Formulierung des Markustextes ĂĽberein (5).
Anders als Neirynck zähle ich nur solche Worte als echte Agreements, die
in den beiden Parallelfassungen vollständig identisch sind. Außerdem kenn-
zeichne ich neben den mt-lk (Minor) Agreements auch die Ăśbereinstim-
mungen zwischen Matthäus und Markus gegen Lukas (mt-mk Agreements)
und die Übereinstimmungen zwischen Markus und Lukas gegen Matthäus
(mk-lk Agreements).
Um zu erklären, wie die Minor Agreements zwischen Matthäus und
(1) So W. SCHMITHALS, Einleitung in die drei ersten Evangelien (Berlin 1985) 188.
(2) So G. STRECKER im Vorwort zu dem von ihm herausgegebenen Sammelband,
Minor Agreements. Symposium Göttingen 1991 (GThA 50; Göttingen 1993) 10.
(3) STRECKER, Minor Agreements, 18.
(4) So J.D. CROSSAN, The Birth of Christianity. Discovering What Happened in the
Years Immediately After the Execution of Jesus (San Francisco 1998) 52-58, vor allem
gegen R.E. Brown.
(5) Eine Kennzeichnung sämtlicher Minor Agreements findet sich — mit je eigenem
System — bei F. NEIRYNCK, The Minor Agreements in a Horizontal-Line Synopsis (SNTA
15; Leuven 1991) 11-91; A. ENNULAT, Die “Minor Agreements”. Untersuchungen zu einer
offenen Frage des synoptischen Problems (WUNT 2/62; TĂĽbingen 1994) 472-594; R.B.
VINSON, “The Significance of the Minor Agreements as an Argument Against the Two-
Document-Hypothesis” (Ph.D. Dissertation; Duke University 1984) 11-373.


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