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    Armin D. Baum, «Der mündliche Faktor: Teilanalogien zu den Minor Agreements aus der Oral Poetry-Forschung und der experimentellen Gedächtnispsychologie», Vol. 85 (2004) 264-272

    The view taken by G.D. Fee and others that oral tradition played a major role in the development of the minor agreements is supported by analogies from oral poetry (M. Parry – A.B. Lord) and cognitive psychology (E. Hunt – T. Love).

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    Der mündliche Faktor: Teilanalogien zu den Minor Agreements aus der Oral Poetry-Forschung und der experimentellen Gedächtnispsychologie Die Minor Agreements werden gelegentlich als “die eigentliche Schwäche der Zwei-Quellen-Theorie” bezeichnet (1). Eines der Hauptergebnisse eines Symposiums, das 1991 in Göttingen zum Thema veranstaltet wurde, lautet, die Problematik der Minor Agreements verdiene “in der künftigen Synoptikerforschung eine größere Aufmerksamkeit” (2). Dabei solle speziell “der Faktor mündliche Tradition” nicht außer acht gelassen werden (3). Diese Anregung greife ich im vorliegenden Diskussionsbeitrag auf. Dies geschieht in dem Bewußtsein, daß der hier weiterentwickelte Lösungsvorschlag zu den Minor Agreements kürzlich mit zwei Argumenten als gänzlich ungeeignet zurückgewiesen wurde: Das menschliche Gedächtnis erinnere sich nicht exakt, sondern funktioniere immer kreativ. Und mündliche Überlieferung transportiere nie den Wortlaut, sondern nur die Struktur eines Textes (4). 1. Die Minor Agreements in den synoptischen Evangelien Zwischen Matthäus und Lukas gibt es im Markusstoff bekanntlich zwei Arten von Übereinstimmungen gegenüber Markus, positive Agreements (Mt und Lk stimmen im Wortlaut gegen Mk überein) und negative (Mt und Lk lassen gemeinsam ein Wort des Mk aus). Die positiven Agreements, auf die ich mich im folgenden aufgrund ihrer Aussagekraft beschränke, zer- fallen in zwei Gruppen. Sie stimmen entweder gegenüber einer Lücke oder gegenüber einer alternativen Formulierung des Markustextes überein (5). Anders als Neirynck zähle ich nur solche Worte als echte Agreements, die in den beiden Parallelfassungen vollständig identisch sind. Außerdem kenn- zeichne ich neben den mt-lk (Minor) Agreements auch die Übereinstim- mungen zwischen Matthäus und Markus gegen Lukas (mt-mk Agreements) und die Übereinstimmungen zwischen Markus und Lukas gegen Matthäus (mk-lk Agreements). Um zu erklären, wie die Minor Agreements zwischen Matthäus und (1) So W. SCHMITHALS, Einleitung in die drei ersten Evangelien (Berlin 1985) 188. (2) So G. STRECKER im Vorwort zu dem von ihm herausgegebenen Sammelband, Minor Agreements. Symposium Göttingen 1991 (GThA 50; Göttingen 1993) 10. (3) STRECKER, Minor Agreements, 18. (4) So J.D. CROSSAN, The Birth of Christianity. Discovering What Happened in the Years Immediately After the Execution of Jesus (San Francisco 1998) 52-58, vor allem gegen R.E. Brown. (5) Eine Kennzeichnung sämtlicher Minor Agreements findet sich — mit je eigenem System — bei F. NEIRYNCK, The Minor Agreements in a Horizontal-Line Synopsis (SNTA 15; Leuven 1991) 11-91; A. ENNULAT, Die “Minor Agreements”. Untersuchungen zu einer offenen Frage des synoptischen Problems (WUNT 2/62; Tübingen 1994) 472-594; R.B. VINSON, “The Significance of the Minor Agreements as an Argument Against the Two- Document-Hypothesis” (Ph.D. Dissertation; Duke University 1984) 11-373.

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